Project Semicolon

The Semicolon Project
Ein vorbildliches Projekt in Green Bay, WI, US: "The Semicolon Project is a faith-based non-profit movement dedicated to presenting hope and love to those who are struggling with depression, suicide, addiction and self-injury. Project Semicolon exists to encourage, love and inspire."

Fortbildungsveranstaltung

Frauen helfen Frauen e.V.
Trauma und Recht
Menschen mit Gewalterfahrungen
Herausforderungen im interdisziplinären Handlungsfeld
Das hat mir die Sprache verschlagen!
Dissoziation und dissoziative Störungen im Kontext von Traumafolgestörungen
Integration von psychotraumatologischen Aspekten in Sachverständigengutachten
Unterstützende Aspekte für die Situation von traumatisierten Opferzeug*innen im Gerichtsverfahren
Veranstalter: Runder Tisch gegen häusliche Gewalt - Frauenberatungssstelle Euskirchen
Frauen helfen Frauen e.V.

Tötungsdelikt in Mechernich

Im Juli 2012 kam es in Mechernich in einer Wohnung zwischen zwei Bekannten zu einer Schlägerei. Aufgrund der ihm zugefügten und sehr schweren Verletzung verstarb einer der Kontrahenten. Zeugen für den Tatverlauf gab es nicht. Die Beweisaufnahme der 4. großen Strafkammer des Landgericht Bonn brachte aufgrund der Einlassungen des Täters und der Ergebnisse psychiatrischer Begutachtungen durch einen Sachverständigen hervor, dass der Täter von dem Opfer fortwährend beleidigt und provoziert worden war. Auch hatte das Opfer dem Täter einen Kopfstoss verpasst, welcher zu erheblichen Verletzungen des Täters führte. Es bezeichnete ihn zudem als „Faschist“, was in deren Kulturkreis eine sehr schweren Beleidigung darstellt. Auch stellte sich heraus, dass der Täter zum Tatzeitpunkt alkoholisiert - 2,2 Promille - und das Opfer ihm körperlich unterlegen war. Auch stellte sich heraus, dass der Täter von dem Tod des Opfers überrascht war und er an einer krankhaften seelischen Störung leidet, welche sich bei der Tat allerdings nicht verwirklicht hat. Es war zugunsten des Täters nicht auszuschließen, dass die Alkoholintoxikation als krankhafte seelische Störung die Einsicht in sein unrechtes Handeln beachtlich eingeschränkt und zu einer erheblichen Verminderung der Steuerungsfähigkeit geführt haben kann. Die 4. große Strafkammer des Landgerichts Bonn verurteilte daraufhin den Angeklagten am 5. September 2013 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Auf die vom Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegte Revision hat der Bundesgerichtshof das Urteil beschränkt auf den Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben und an eine andere Strafkammer des Landgerichts Bonn zurückverwiesen, da das Landgericht Bonn die gebotene Prüfung des § 213 1. Alternative StGB nicht vorgenommen hat. Bei Vorliegen der Vorraussetzungen hätte dies zu einer zwingenden Milderung der Strafe nach § 227 Abs. 2 StGB und wegen der Alkoholintoxikation zu der von dem Landgericht Bonn angenommenen weiter Milderung nach § 49 StGB geführt (Doppelte Strafmilderung). Die 1. große Strafkammer des Landgerichts Bonn verurteilte den Angeklagten unter Beachtung der gebotenen doppelten Strafmilderung wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstraffe von zwei Jahren, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Strafkammer erkannte darauf, dass ein minder schwerer Fall nach § 227 Abs. 2 StGB vorgelegen hat, weil das Opfer den Täter mit dem Kopfstoss misshandelt und eine schwere Beleidigung zugefügt hat, wodurch der Täter auf der Stelle zur Tat hingerissen wurde. Die Strafkammer hat weiter eine verminderte Schuldfähigkeit angenommen, weil der Angeklagte nicht vorbestraft war, die Tat lange zurück gelegen hat, er selbst erheblich verletzt wurde und er sein Leben gewandelt hat. Sie hat auch berücksichtigt, dass der Angeklagte vielfältig massive Gewalt über einen längeren Zeitraum angewendet hat. BGH - 2 StR 23/14 - Beschluss vom 14. Mai 2014, LG Bonn - 21 Ks 2/14 - Urteil vom 22. September 2014